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Titel
Rattensommer Anthologie
Der Text
Regen wäscht das Pflaster
früh gewelktes Laub treibt zum Gully
die Sonne bleibt auf der Rückseite der Welt
nur die Ratte traut sich.

Es ist ihr fünfter Mann
ein Sauwetter ist das zur Hochzeit
die Gäste bleiben aus -
der Nachwuchs nicht....
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Traum vom Fliegen

Er war verschwunden, der Sommer
nur vertrocknetes Gras verriet ihn noch
in einer Heckenrosenblüte schlief eine Hummel
und träumte -
vom Fliegen...
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Sommergerste

Sommer breitet sich aus
das Kornfeld bis zum Horizont
vom warmen Wind gestreichelt
alle Ähren schauen zu einer Seite
den Wind im Rücken
die Halme in Jeansblau
die Grannen der Gerste wie Bärte von Greisen
gebeugt, weise
bald blond gefärbt
goldgelbes Korn vorm Schnitt
stiebende Spreu
vom Wind verweht
wie der Sommer
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Was machst du in den Ferien
nichts
wir fahren nach Italien
schön
wir bleiben gern hier
im Nichts
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"Sie brauchen nur hier zu unterschreiben
alles andere machen wir..."
ihre Unterschrift war nach Jahren noch lesbar
vorhanden
anderes als ihr Geld
verflogen wie der Sommer
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"Beschreiben Sie den Täter!"
"Er kam kurz rein
blickte sich um und war schon wieder weg
ich meine, er hatte eine Strähne im Haar
jetzt fehlt alles
Wärme, Sonne
wissen sie, wenigstens ein paar Tage..."
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Um an der Küste die richtige Zeit für Urlaub herauszusuchen
werfe man einen Würfel in die Wolken
die gezeigte Zahl zeigt sofort an
mit wie viel Sonnentagen man rechnen kann
bei nur einer Woche Urlaub teile man die Zahl durch 2!
Typ
Gedicht
Autor
Burkhard Jysch
Buck Jysch
Veröffentlichung erlaubt (nach Rücksprache)