Text 137/218

Titel
Maskenpflicht
Der Text
Ich grüße deine Augen, deine Stirn
versuche mir deinen Mund vorzustellen
dein Lächeln
deine Grübchen
den Hals, wenn du dich fast verschluckst
wenn wir uns wiedersehen

du gibst mir zu viel Wechselgeld heraus
ich gebe es dir zurück
wie mein Lächeln
meine Grübchen
und huste etwas
an der Kasse
dieser Zeit.

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Vielleicht ist es gar nicht so schlecht
nur in die Augen zu sehen
nicht das falsche Lächeln
nicht die ungeschminkte Lüge zu hören
vielleicht komme ich da besser klar mit
als über alles nachzudenken
über alles Unmaskierte
das vorher den Weg zu mir fand
und meine Gedanken verschönte.

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Der Bankräuber überlegte sich noch
braucht man eine zweite Maske
eine nach Vorschrift
eine, die das Virus daran hindert
ihm das Leben zu nehmen
er nahm nur das Geld
es ist nicht tödlich
es verdirbt nur.

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Maskenpflichten
wo sind die Maskenrechte derer
die sie pflichtschudigst tragen
um genau die zu schützen
denen sie egal sind
deren eigene Freiheiten
über das Leben der anderen gehoben werden
denn sie glauben, dass es sie niemals trifft.
Typ
Gedicht
Autor
Burkhard Jysch
Buck Jysch
Veröffentlichung erlaubt (nach Rücksprache)