Text 4/218

Titel
Abschied nehmend
Der Text
In erster Reihe sitzend
nicht weit vom Holz, in dem du ruhst
durch die Bänke geht ein Räuspern
der Griff nach einem Schnupfentuch

verschwommen sind die Lilien
das bunte Glas der Kirche stumpf
die Kerze mag ruhig stehen
auf blank geputztem Rumpf

es riecht nach frischen Tannen
aus einem schweren Buch geweiht
strebt flüchtig -
Wort um Wort die Zeit

möcht` alles, was gesagt zu dir
noch einmal wiederholen
das erste Du, der erste Kuss
aus deinem Elternhaus auf leisen Sohlen

dein Lachen war in echten Farben
deine Haut meist ungeschminkt
wir tranken Wein bewusst
wie ihn der Berg so bringt

ist zu viel an alles jetzt zu denken
und viel zu wenig, dass es reicht
ein Zeichen könntest du mir schenken
das dir, nur dir so gleicht

das Holz, es mag wohl irgendwann vergehen
die Blumen längst verwelkt
ich versuche neues Gehen
in ungewohnter Welt

ich folge dir zu deinem Platz
nach aller Worte Enden
und halt die Erde dir, mein Schatz
ganz fest in meinen Händen
Typ
Gedicht
Autor
Burkhard Jysch
Buck Jysch
Veröffentlichung erlaubt (nach Rücksprache)