Text 204/218

Titel
Wenn Mai kam
Der Text
das frische Gras noch nicht nach Sommer roch
die Blumen ungeblüht auf ihr Erwachen
in starren Trieben auf den Moment hin sannen
wenn Mai kam
die Pferde angespannt am jungen Wald entlang
mit ihren Hufen weckten
all die, die schliefen unterm braunen Laub
die Tische aufgestellt für Gäste
die durstig auf das kalte Bier den Weg zu Fuß beschritten
sprudelnd Geschichten von sich gaben
am liebsten unterm blühend Apfelbaum
wo ab und an ein weißes Flöckchen fiel
das sich vom Baum gelöst
ein winzig Teilchen seiner Zeit geschwebt
und jetzt in frühlingslaunige Gesichter sah
wenn Mai kam
manchmal war es über Nacht
als Überraschung in noch nebelfeuchten Senken
und später dann
musst jener an ihn denken
der weder seh´n noch gehen kann
doch immer noch den warmen Wind aus Süd
auf seinen alten Knochen spürt
einmal noch, denkt er dann
bis ihn der Winter in and´re ferne Welten führt.
Typ
Gedicht
Autor
Burkhard Jysch
Buck Jysch
Weitergabe/Veröffentlichung nicht erlaubt