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Titel
Der Telemark
Der Text
Der Begriff ist zur Winterzeit aktuell, wenn sich die Skispringer nach todesmutigem Sprung endlich der Schwerkraft ergeben, und wieder Grund unter die Füße bekommen. Dabei stellen sie das eine Bein etwas vor, während das andere ganz normal da bleibt, wo es hin gehört. Die Bewertung der Landung ist nicht hoch genug einzuschätzen. Ich war schon froh, wenn ich die Bretter ohne Fingerquetschung anbringen konnte.

Es ist quasi eine Art Hofknicks vor den Sprungwächtern, die ihre Punkte abgeben. Heute per Mausklick, damals noch mit Täfelchen, die sie hoch hielten. In den Anfängen der Springerei ruderten die Adler noch mit beiden Armen in der Luft, und glaubten dadurch mehr Auftrieb zu bekommen, als wären sie Hubschrauber. Die Landung war weit entfernt von Telemark. Danach erinnere ich mich an vorgestreckte Arme, die nach dem Abheben vom Schanzentisch nach vorn gerissen wurden und auch so blieben.

Wie sieht nun die Zukunft aus? Die Weite wird nicht mehr der Maßstab sein. Es werden Elemente kommen, die die Schönheit heutiger Sprünge noch überbieten. Ausprobiert hat es in Lillehammer bereits ein ausgewachsener Elch. Er war nachts zwar nicht auf eine Sprungschanze geklettert, so doch aber unglücklicher Weise an den Abfahrtort für die Bobfahrer gekommen. Hier geriet er nach Untersuchungen wohl in die Bobbahn und erledigte die Strecke in nicht gemessener Geschwindigkeit. Nachdem er sich im Auslauf sicher verwundert, und leicht verwundet das Fell schüttelte, ließ er jede Menge Haare zurück. Seither ist die Strecke Elch gesichert.
Typ
lustig
Autor
Burkhard Jysch
Veröffentlichung erlaubt
Ja