Der Text
Immer am Donnerstag kamen sie, die Vier aus dem Dorf. Allesamt Rentner, ehemalige Bauern, deren Haut der einer keimenden Kartoffel glich, voll gelebtes Leben, das in jeder der tiefen Poren noch so etwas wie letzten Herbst trug. In der Gaststube der Großeltern war ihr Tisch um diese Zeit reserviert. Kaum saßen sie an ihren Plätzen, kam auch schon das erste Bier aus dem Hahn an den Tisch, den sie zügig dazu nutzten Skat zu spielen. Ein Spiel, das man zu Dritt zu spielen pflegt, und dabei jede Menge verlieren kann. Gewonnen aber hatte jeder, der ihnen eine Weile zuschaute, so wie ich. Nein, die Regeln habe ich nie erlernt, war mir zu kompliziert.
Einer brachte seine Schäferhündin mit, die sich hinlegte, und erst wieder aufstand, wenn die Gesellschaft sich gemeinsam erhob. Geraucht wurde! Und wie! Zigarre und Pfeife, und schon bald verschwamm alles in bläulichem Dunst um den Tisch am Donnerstag der Woche. Was ich eigentlich erzählen wollte ist dabei eine Besonderheit gewesen. Der vierte Mann, der selbst niemals eine Karte in die Hand nahm, dafür aber eine ausgezeichnete Position einnahm, die es ihm erlaubte, den anderen über die Schulter zu schauen. Er, der Hundebesitzer, wusste von zwei Spielern, was sie auf der Hand hatten....Er ließ es sich aber auch nicht nehmen, in besonders interessanten Situationen sich zu erheben, um auch dem dritten Mann in die Karten zu schauen.....
Jeder, der einmal Karten gespielt hat weiß, wie nervig es ist, wenn dazwischen geplappert wird. So geschah es regelmäßig, dass sich folgender Wortlaut, (auf Plattdeutsch) ergab:
"Heinrich, Piek musste speelen, Piiiiek!"
"Tscha hebb ick doch nich"!
"Tscha, wenn ouk!"
Worauf sich ebenso regelmäßig eine aufgeheizte Stimmung breit machte, die alle im Raum ergriff. Den Wirt, die Spieler und mich.
Nur einer blieb ruhig. Asta, die unter dem Tisch geduldig darum bangte, ob ihr Herrchen dieses Mal oder demnächst erschlagen wurde.